Verschiedene Techniken, Richtungen und Malweisen in der Kunst |
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Klassische Ölmalerei
Perspektive-Licht und Schatten- Vorgehensweise- Tipps
Im 15. Jahrhundert entwickelte sich erst die Ölmalerei in eine mehrschichtige Mischtechnik, der „ Spezifik“.
Die Freskomalerei des Altertums und des Mittelalters steht im krassen Gegensatz zur Ölfarbe. Die Fresken wurden noch mit ( Ei -Temperatechniken ) gemalt. Bei der Ölfarbe konnte der Künstler nach dem Vorzeichnen des Kunstbildes in nur einer Farbschicht sein Werk in einem Zug fertig stellen, was heute auch noch die meisten Künstler machen. Der Künstler kann durch die langsame Trocknung der Farbe sein Kunstbild beliebig verbessern, denn oft tritt ein Fehler auf in der Darstellungsform, der so schnell wieder behoben werden kann. Langsam, Schritt für Schritt arbeitet der Künstler seine Idee aus, kann Alternativen ausprobieren wie zum Beispiel durch Übermalen der Leinwand, bis er schließlich das gewünschte Resultat hat, was ihn zu Frieden stellt und was seinen Vorstellungen entspricht. Bei jedem Farbauftrag einer neuen Farblasur ändert sich die Farbgebung. Konturen gehören so zum Gestaltungsprozess.
Schon im 16. Jahrhundert hat die Ölmalerei als Werk seine erste Blüte mit Albrecht Dürer, Leonardo Da Vinci und vielen anderen dieser Zeit und hat schon damals eine Perfektion erreicht, die bis heute kaum zu verbessern ist.
Im ausgehenden 18. und 19. Jahrhundert sind schnell gemalte Kunstbilder auf die Leinwand gebracht worden. Bewegungen von Tieren und Menschen und brachte so eine Innovation. Die Impressionisten führten grundlegende neue Techniken ein- die neue Pinseltechnik. So wurde der vielschichtige Farbauftrag mit Komplexitätsminderungen von Licht und Schatten an anderen Stellen des Kunstbildes hervorgehoben.
Die Visualisierung der Perspektive begann mit der Ölmalerei.
Der Malprozess der Ölmalerei und die zeitliche Ausdehnung dieser zu arbeitenden Kunstbilder ermöglicht dem Künstler die optimale Berücksichtigung der perspektivischen Wahrnehmungslehre. –
Das Warten- das Trocknen- der Stillstand eines Kunstbildes auf der Leinwand, die Konstanz der Beziehung des Künstlers zu seiner abgebildeten Arbeit, der Konsistenz der Farbe- das Betrachten- das Überdenken. Das Überarbeiten- die Reduzierung der Farbe- der Form- die Möglichkeit etwas zu verändern- reagieren. - Zur klassischen Ölmalerei gehört daher die Visualisierung von schnellen Bewegungen und gewinnt so an Stärke. Räume- Objekte- Perspektive- sind die Erfolgsfelder der Ölmalerei. Das Kunstbild ist immer wieder veränderbar. -
Das Hauptaugenmerk wurde im 14. und 15. Jahrhundert auf die Simulation von Formen der Umweltobjekte gelegt - Verkleinerungsperspektive. - Leonardo Da Vinci nennt neben der Zentralperspektive die Verschleierungs- und Farbperspektive.
In der Entfernung werden die Konturen der dargestellten Elemente undeutlicher- Die Objekte zum Horizont hin werden farblich heller und kälter. Sie werden mit einem Blau vermischt. Hier eignet sich am besten die Lasurtechnik um die Konturen um die dargestellten Elemente zu Verwischen oder Verschleifen. Diese Prinzipien kann man besonders gut in der Landschaftsmalerei umsetzen, die Staffelung des Kunstbildes in mehreren, deutlich abgegrenzten Ebenen: Es entsteht ein Vordergrund, ein Mittelgrund und ein Hintergrund. Die Helligkeitswerte werden genau auf die Farbintensität abgestimmt. So entsteht für den Betrachter später eine gewisse Wärme und Kälte durch die Farbintensität und des Auftrages der Farben.
Es entsteht eine Illusion von Räumlichkeit und Tiefe durch die Befolgung der Perspektive- der erforderlichen Farben-Lasuren sowie die spezifische Maltechnik der Ölmalerei. Heute würde man sagen, dass die zweidimensionale Erzeugung durch Anordnung des Kunstbildes dreidimensionale Räume und Eindrücke schafft, allein durch das Medium Ölfarbe!- Ohne durch eingearbeitete Materialien der Neuzeit.
Die Entdeckung der Umrisse und seiner Linearperspektive im Mittelalter, der „Fluchtpunkte“ , in der Perspektive entstehen proportionale Gittermodelle. All diese Verfahrensweisen werden bis heute in der Landschafts- Natur- und Stillleben- Malerei angewandt- Sie sind noch immer gültig für die klassische Ölmalerei auch bei der reduzierten in der heutigen Zeit. So entstehen räumliche Illusionen. Dies kann dann noch durch die Freskotechnik unterstützt werden- abgrenzend- bewusst werden- ohne die Regeln der Luft- und Farbperspektive zu verletzen, sondern um sie zu erkunden. Die Erkundung gilt auch auf dem Gebiet von direktem und indirektem Licht, von Schatten oder für die vielfältigen Reflexions- oder Spiegelphänomenen zwischen einzelnen Objekten.
Illusion wird erzeugt- räumliche Tiefe.
Die Erzeugung räumlicher Tiefe kann durch Verschleierungs-, Luft-, Licht- und Farbperspektiven hervorgerufen werden, durch Gliederungen in verschiedene Ebenen. Die Landschaft verändert sich mit der Entfernung und ihrer Farbwahl- Hügel,- Berge- Himmel. Sie sehen in der Nähe klarer aus uns dunkler als in der Entfernung. Es ist eine Luftperspektive. Ein des dreidimensionaler Raum wird so in der Malerei wirkungsvoll zu einer Illusion des Betrachtenden- allein durch die Technik.
Farbunterschiede
Die Helligkeitswerte kann man durch verschieden Farbaufträge und Lasuren so noch effektiver unterstützen. In der Regel gilt immer: Die dunklen Flächen werden im Vordergrund des Kunstbildes platziert und angelegt, mittlere Töne in der Mitte eines Kunstbildes- Bildmitte und am Horizont werden verschieden farbige Blautöne verwendet. Lichtverhältnisse setzen manchmal diese Regel außer Kraft, aber man sollte im Großen und Ganzen auf diese Farbgebungen achten!
Die Wirkung und Kräftigkeit der Farben auf unser Auge
Je weiter man sich von dem Werk entfernt, verliert es für unser Auge an Farbintensität. Von weitem betrachtet sieht der Horizont trübe aus und die Wiesen im Vordergrund sehen fad aus, was uns vorher leuchtend erschien. Um die Farbtöne der mittleren Hälfte des Kunstbildes genau zu treffen, bedarf es einiger Mischvorgänge. Es werden die Farben, die für den Vordergrund verwendet wurden, nur abgemischt- gedämpft mit der Komplementärfarbe Weiß.
Mit Hilfe von dunkleren Farben Licht und Schatten ausarbeiten
Der Kontrast wird immer in den Vordergrund gesetzt zwischen Licht und Schatten. Zum Horizont hin muss der Schatten wieder weicher werden. Auch kräftigere Farben verlieren, wenn sie im Hintergrund angesiedelt sind. So würde auch die Dynamik des Kunstbildes verloren gehen.
Feinheiten und Details
Feinheiten und Detail werden besonders auf dem Vordergrund ausgearbeitet. Die Einzelheiten im Bildhintergrund werden zu Farbkomplexen zusammengefasst. Im Vordergrund kann man durchaus Gräser oder Steine ansiedeln, die eigentlich nicht so vorgesehen waren- es ergibt aber so wiederum eine besondere Tiefe des Kunstbildes.
Arbeitsmaterial
Ein Keilrahmen ist eine aufgezogene Leinwand
Farbe: Farbpigmente plus (Lein) Öl, Terpentin, Wasser oder fertige Ölfarbe aus der Tube
Malmittel, zum Beschleunigen (z.B. Ochsengalle) oder Verlangsamen der Trockenzeit oder fertig gekauftes Malmittel- je nach Trockenzeit- zwischen 1- 4
Lasuren, Firnis, künstliche Patina zum Trennen und/oder Schützen der Malschichten bzw. zur Erzielung von Effekten
Pinsel in verschieden Formen und Qualitäten- Borstenpinsel- Marderhaarpinsel usw.
Spachtel, Malmesser zum Farbmischen und zum Farbauftrag
Palette als Farbträger zu Mischen der Farben
Lappen, Reinigungsmittel für die Pinsel und, und...
Die mehrschichtige Malerei
Im Laufe der Jahre und der Zeit entwickelt jeder Künstler seinen eigenen Stil des Malens- auch handwerklich gesehen. Es gibt keine besonderen Muster, nur die Technik und jeder arbeitet nachher so, wie es ihm persönlich am besten gefällt! Je länger ein Maler sich mit der Materie beschäftigt und übt, desto größer werden seine Möglichkeiten, bloß ab und an setzen chemische Reaktionen und Verbindungen dem Ganzen ein Ende. Am Anfang sollte man sich schon genau an Abfolgenhalten, sonst sieht man keinen Erfolg!
Herstellung des Keilrahmens
Vorbereitung des Keilrahmens- die Holzschenkel gegenseitig verbinden und festklopfen, so das ein Quadrat oder Rechteck entsteht.
Spannen der Leinwand- den Stoff- Leinen oder Nessel auf das Holz spannen und fest Tackern - oder fertig kaufen, bloß da weiß man nicht die Zusammensetzung der Grundierung und ob die Farbe später hält, stupf wirkt oder strahlt
Eine Leimung trocknet in 6 bis 12 Stunden -
Dann muss man einen Tag warten bis alles trocken ist!
Eine Grundierung trocknet in 12 bis 24 Stunden- von Gesso- Halbkreidegrundierung
Dann wird die Leinwand mit feinem Sandpapier abgeschliffen
Die selbständige Herstellung eines Malgrundes nimmt ca. 12 Tage in Anspruch. Es ist heute üblich, fertig präparierte Leinwand zu kaufen.
Die Untermalung:
Das Motiv vorzeichnen.
Die Untertuschung mit englisch Rot- Aquarell
Der Zwischenfirnis kommt nach dem mit Aquarell ausgearbeiteten Kunstbild mit einem breiten Pinsel dünn über die gesamte Leinwand.
Die Untermalung bereitete Form- und Farbgebung des Kunstbildes vor. Auf dem nassen, anziehenden oder trockenen Dammar- Zwischenfirnis kann sofort oder nach einer beliebig langen Pause weitergemalt werden.
Das eigentliche Malen des Kunstbildes
Die Übermalung dunkler Bildteile- alles wie vorher beschrieben
Die Übermalung der mittleren Farbwerte
Das Einkratzungen und Abtragungen mit Hilfe des Spachtels oder einem Pinsel
Differenzierung der dunklen Bildteile
Das Auftragen der hellsten Farben, 'Lichter setzen'
Die Anwendung farbloser Striche und ergänzende Gleitstriche für die Konturen und nun folgen die Schlusslasuren
Schlussfirnis
Der Schlussfirnis wird erst aufgetragen, wenn ein Kunstbild völlig trocken ist- es kann bis zu einem Jahr dauern. Wenn der Schlussfirnis früher aufgetragen wird, kann die Farbe reißen!
Als Vorbereitung für die endgültige Farbgebung sind die ersten drei Arbeitsgänge gedacht- die der Übermalung. – Die anderen Arbeitsgänge- also alle 6 – können in fortlaufender Arbeitsweise gemalt werden, ebenso durch Pausen unterbrochen werden. Die Differenzierung der mittleren Farbwerte und die dunklen Bereiche sowie das Auftragen der hellsten Farben und das setzten des Gleitstriches, ist es am Schluss günstiger, wenn das Kunstbild fast trocken ist. Es ist außerdem erforderlich, wenn die Übermalungen mehrfach vorgenommen werden sollen. So ergeben sich immer wieder neue Konturen und man kann korrigieren um seine früheren Arbeitsschritte zu vervollkommnen. Es ist keine lange Wartezeit nötig, da der Damma Firnis und die Untermalung durch Aquarell rasch trocknen. Die Setzung der Konturen und Gleitstriche zum Schluss des gemalten Kunstbildes, erfordern aber besser einen ganz trocknen Untergrund.
Ein paar Grundregeln- Tipps technisch gesehen
Fett auf Mager malen - fette Farbe haftet auf magerer, aber umgekehrt - die magere schlecht auf fetter.
Man beginnt deshalb mit magerer Leimfarbe in der untersten Bildschicht, geht dann über Öl-Wasser- und Wasser-Öl-Emulsionen zu fetteren Ölfarben in der obersten Schicht über.
Zwischen den Grundprinzipien 'Von Hell zu Dunkel' und von 'Dunkel zu Hell' unterscheiden und bei einem Prinzip bleiben, sonst vermalt man das Kunstbild-
Weiß und Farben mit hohem Weißanteil meiden, wenn Tiefenlicht erzeugt werden soll, lieber alles mit lichtem Ocker abmischen oder die Farben in sich hell mischen- blau mit blau usw..
Ölmalerei- weitere Techniken und Feinheiten beim Malen
Lasieren
Die Lasurtechnik bedeutet- dünne, transparente Farbschichten auf trockene Farben zu legen, in mehreren Arbeitsgängen. Das Ergebnis ist später ein sattes, transparent glühende Farbgebung und jede Lasurschicht wirkt sich auf die andere aus. Die Farbe leuchtet von innen her. denn eine transparente Farbschicht – Lasurschicht lässt das Licht durchfallen und wird von der darunter liegenden Farbschicht reflektiert. Im Auge des Betrachters kommt es zu einer optischen Täuschung, er verbindet und nimmt die mehreren Farbbahnen mit seinem Auge anders wahr, denn die Lasur erzeugt aus der Tiefe ein funkeln. In dem Nass in Nass und dem Mischen von einfachen Ölfarben auf der Palette wird dieses Resultat der Lasierung nicht erreicht. Verschiedene Farbreaktionen muss man beim Malen ignorieren- man muss warten können und die Ergebnisse der Lasur langsam verstehen lernen. Der Künstler lebt mit dem Kunstbild, alles von ihm selber geht mit in diese Technik ein- die Ruhe im Inneren und das Detail.
Die Ölfarbenlasur
Mit einem Lasiermittel muss die „ Lasurfarbe“ verdünnt werden, es enthält eine filmbildende Substanz. Das verleiht nachher dem Kunstbild einen weichen Glanz, der sich über die ganze Arbeit zieht. Heute nehmen die meisten Künstler ein fertiges Malmittel von einer guten Firma. Es enthält Bienenwachs. Malmittel mit Leinenöl sind für diese Technik nicht geeignet, denn es muss sehr lange trocknen. Die Ölfarben werden nicht nur mit Terpentinöl verdünnt bei dieser Technik. Die Farbe verliert so an Glanz- nehmen Sie das Malmittel dazu, damit später an der Oberfläche auch keine Risse entstehen können. Man muss sich am Anfang gleich mehr Lasur anmischen, am besten in einem alten Schraubglas, damit es für ein Kunstbild reicht, denn die gleiche Zusammensetzung der Lasur bekommt man so gut wie nie wieder hin. So kann nie ein Unterschied – von dumpf und zu glänzend – entstehen. Die Lasur trägt man am besten mit einem großen, weichhaarigen Flachpinsel auf. So hat man später ein sehr gutes Resultat und man sieht die Ansätze beim Auftragen der Lasuren nicht. In den strukturierten Oberflächen muss die Lasur auch eindringen, sonst ist das Kunstbild an den Stellen stumpf, wo die Lasur nicht aufgetragen worden ist.
Man kann auch die Ölfarbe durch eine Lasur verändern. Sie dämpft zu harte Kontraste und bindet wiederum auseinander fallende Farbtöne. Viele Schattenpartien erscheinen leuchtender durch einen Lasurauftrag, aber sie verunklart die unterliegenden Farbtöne nicht.
Die Lasur muss immer in einer dünne Farbschicht auf das Kunstbild aufgetragen werden- es muss alles trocken sein- so erzeugt das Malmittel einen dünnen Film über das ganze Kunstbild. Jede Schicht muss vollständig durchtrocknen, dann kommt erst die nächste Lasur. So gibt es dem Kunstbild Tiefe. Die Farben werden leuchtender, werden aber im Grunde nicht verändert.
Grundregeln
Ölmalerei- Technik - Begriffe
Die Al- Primo Malerei - ist eine Malweise deren endgültige Wirkung in nur einem Farbauftrag erreicht. Der Gegensatz dazu ist die Schicht- und Lasurtechnik.
Eine Emulsion - ist eine genaue Vermengung öllöslicher und wasserlöslicher Stoffe. Hier wird unterscheiden von:
Öl-un-Wasser-Emulsionen - die mit Wasser vermalbar sind
Wasser-un-Öl-Emulsionen - die mit Öl vermalbar sind, da ihre innere aus wasserlöslichen Teilen besteht und die äußere Phase aus öllöslichen. - Ei ist eine natürliche Emulsion
Mit Farbkraft - bezeichnet man die Fähigkeit der Farben, Mischungen zu beeinflussen
Kalte Farben - sind im Farbtonkreis um ihren Mittelpunkt herum- blau
Warme Farben - sind im Farbtonkreis um ihren Mittelpunkt herum- orange
Lichtfarben - gehen von einer Lichtquelle oder von deren Reflexen aus, ist immer bedeutend heller als die Farbe der Umgebung sind.
Komplementärfarben - sind die Farben, die sich im Farbtonkreis gegenüber liegen.
Lasur - sind mehrere Farblagen, die unter ihr liegende Farben durchscheinen lassen. Man unterscheidet da auch wieder in:
Dunkellasur - dunkler als ihr Untergrund
Helllasur - heller als ihr Untergrund
Schlusslasuren - werden nach der Fertigung eines Kunstbildes über die trockenen Farben gewischt oder mit einem breiten, weichhaarigen Flachpinsel aufgetragen- aber erst nach 12 Monaten- sonst reißt die Farbe! Daher auch das Wort- Schlussfirnis
Lösemittel - in der Ölmalerei sind entweder Wasser oder Terpentinöle
Mehrschichtige Malerei - erzielt ihre endgültige Wirkung erst durch verschiedene, mehr oder weniger durchscheinende, übereinander liegende Farbschichten, die dünn aufgetragen werden müssen.
Terpentinöl - wird durch Destillation der Terpentine gewonnen, und ist ein flüchtiges Öllösemittel
Terpentine - sind eine harzige Ausschwitzung verschiedener Koniferen, z.B. Lärchen, Kiefern oder der Tanne, aus der die guten Terpentine gewonnen werden. Die billigen taugen nicht für die Ölmalerei, denn sie sind chemisch hergestellt- höchstens zu Reinigen der Pinsel!
Tiefenschicht – ist das Licht, dass vom Malgrund durch die darüber liegende Farbe reflektiertes Licht dem Auge übermittelt.
Als erster Maler hat Tizian die Grautöne entwickelt.
Der als erster entdeckte er optische Grautöne und malte sie auch- es war Tizian, wobei er die gebrochenen Farben benutzte- grau- so gelang ihm die grandiose Transparenz von Licht und Schatten und deren Abstufungen bis ins kleinste Detail darzustellen.
Einen weiteren Auftrieb bekam die Ölmalerei erst 100 Jahre später durch Velasquez. Auf grober Leinwand malte er vorwiegend und mischte seiner Grundierung Venedigrot bei bevor er ohne Vorskizzen einen prall gefüllten Pinsel voller Ölfarben auf die Leinwand setzte, er zeichnete so gleichzeitig beim Malen.
Die Untermalung bestand im ersten Schritt aus graustufigen Farben und schon beim nächsten Schritt spontan den endgültigen Farbauftrag bekamen. Es wurde die Grisaillewirkung genannt- und er behielt es bei. Andere Künstler folgten dem Beispiel, bis Picasso änderte sich an dieser Malweise nichts. Erst in unserem Jahrhundert sind Ölfarben erheblich verbessert worden, sodass viele Untergründe haftend sind. Die Streitfrage des- malen mit und ohne Vorzeichnen- ist bis heute aktual!
Koloristen
Dann kamen die Koloristen, wie Bonnard, van Gogh, Matisse. Diese Künstler haben ihr Kunstbild direkt mit dem Aufsetzen der Farbe begonnen- ohne jegliches Vorzeichnen- Bei einer Malerei, die kaum schatten darstellt, ist dies möglich, denn die Farbe wird Fleckenartig aufgetragen.
Valoristen
Valoristen sind Künstler wie Corot, Dali, Manet, Nonell und viele andere ihrer Zeit. Die Arbeiten wurden mit einer Vorzeichnung begonnen unter Eibeziehung von Licht und Schatten. Durch die Schattenspiele von Licht und Formen erhalten sie ihren Ausdruck.
Primatechnik
Hier wird das Kunstbild in einem Zug fertig gemalt, ein in einer Sitzung und begonnen mit pastoser Farbe- einem dicken Farbauftrag. Hier muss der Künstler spontan arbeiten und das fertige Kunstbild bereits vor Augen haben.
Schichtenmalerei
In der Schichtmalerei wird das Kunstbild in mehreren Sitzungen fertig gestellt. Malen und Übermalen auf einer bereits bestehenden Schicht. Als Ausgangspunkt hat er die Skizze, setzt dann nur noch Licht und Schatten an bestimmten stellen in das Kunstbild. Als nebensächlich betrachtet er zuerst die Farbe mit ihrer Farbgebung. Erst nach mehreren Sitzungen entscheidet er sich für das eigentliche Spiel der Farben, wenn das Kunstbild im Aufbau stimmt ist. Er setzt praktisch nur noch Akzente. Diese Kunstbilder werden vorzugsweise auf Staffeleien gemalt, da der Künstler immer wieder einen gewissen Abstand zum Werk braucht um zu sehen, ob alles stimmig ist.
Lasurtechnik bei Nass in Nass Malerei-Bilder in transparenter Farbe
Einige Ölfarben haben einen transparenten Charakter wie zum Beispiel: Kaminrot, Saftgrün und Ultramarinblau. Sie scheinen lichtdurchlässig zu wirken und das ist auch so- sie werden auch lasierende Farben genannt- sie decken nicht so gut- sie sind halbdeckend. Sie können dann wiederum deckend abgemischt werden mit Kremserweiß oder lichtem Ocker.
Bei der Malerei Nass in Nass, malt man die noch nicht getrockneten Farbschichten hinein- es ist wie bei der Schichtmalerei, auch hier gilt grundsätzlich- fett auf mager als Hauptregel. Schicht um Schicht mit fettwerdenden Malmitteln verdünnte Farben langsam auftragen. Hier kann man als Malgrund auch Holz oder Malkartons benutzen.
Die Petit- Touche- Technik der Impressionisten- Pinseltechniken
Pinseltechniken
Die Pinseltechnik dient zur schnellen Arbeitsweise und die Farben werden mit Terpentin oder Malmittel verdünnt. Es wird mit einem Chinaborsten- Pinsel in kleinen Strichen gearbeitet und die werden gleichmäßig gesetzt. Die Farbe auf dem Pinsel wird regelmäßig in eine Richtung aufgetragen, die die Hand des Künstlers am wenigsten belastet. Durch die immerwährende gleiche Strichführung können der Arm und die Hand schnell schmerzen. . Wenn die Farbe der ersten Richtung angetrocknet ist, malt man die zweite Schicht in derselben Richtung und in anderen, zuvor aufgetragenen Farben hinein, aber kreuzweise. So werden zwei Schichten gemalt. Auf die noch feuchte Farbe setzt man nun unregelmäßige Striche in verschiedenen anderen Farben. - gelb- grün- so ergeben sich von selber Mischfarben und Tiefe. Die unterschiedlichen Striche werden nebeneinander oder übereinander gemalt. Damit die Farbe sich nicht zu sehr vermischt, sollte man nicht soviel Verdünnung benutzen, eher satt malen, mit einem dickeren, breiten Pinsel. Die Stärke des Strichs und den Auftrag der Farben kann man auch durch verschiedene Pinselstärken beeinflussen. Es ist am besten sich für nicht allzu große Pinselgrößenunterschiede zu entscheiden -2-4-6-8- ist am besten und nicht 2-8-14- so kommt zuviel Unruhe in ein Kunstbild durch den Farbauftrag mit unterschiedlich großen sowie kleinen Pinselstärken.
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