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bergerarts
bergerarts
Beiträge: 35

Aquarellmalen

Verfasst am: 08.09.2007 23:09   |   Gelesen: 1152

Sehen lernen, den Blick für das Wesentliche schärfen, das Gesehene mit Pinsel und Farbe darstellen.

Aquarellmalerei heißt auch viel üben!

 

Die Aquarellmalerei wurde schon im ausgehenden  Mittelalter angewandt, eigentlich schon sehr früh. Die Farbe wurde zu der Zeit als  Kolorierung von Holzschnitten für Einblattdruck verwendet, meist für kirchliche Bücher- Bibeln und so weiter. Dürer war einer der Meister in dieser Technik und wohl der Hauptmeister in der Aquarellmalerei. William Turner, ein englischer Maler förderte die Aquarelltechnik, sowie die englische Water Colour Societies.

 

Ein mit Wasserfarben angelegtes Bild nennt man ein Aquarell und der Begriff kommt aus dem lateinischen –aqua- Wasser. Die Konturen dieser Arbeiten sind oft verwischt.

Diese Art von Werken lebt vom Gegensatz- entweder deckend oder lasierend aufgetragene Farben. Es ist ein Malen mit dem Wasser - Farben in Wasser lösen, allgemein sagt man Wasserfarbe, aber das ist nicht ganz richtig. Der  Begriff  Wasserfarbe beinhaltet auch andere Gruppen wie zum Beispiel: Gouache,  Deckfarbe und Aquarell.  Die meisten Farbsysteme werden nach ihrem Bindemittel bezeichnet: Leimfarben, Ölfarben Acrylfarben und sind auf Hilfsmittel, wie Malmittel, angewiesen.  Das Verteilungsmittel – Malmittel in Anführungszeichen - ist Wasser, maßgebend beim Aquarell.

Um ein Aquarell aufzubauen, beginnt man im Allgemeinen mit den hellen Tönen und arbeitet sich langsam zu den dunklen Tönen hin, der Untergrund wird mit in die entstehende Komposition einbezogen. Manchmal schimmert die Farbe leicht durch und manchmal bleibt sie unverändert stehen. Die Farbe wird in den vorher angefeuchteten Untergrund oder in schon feuchte,  farbige Bildpartien gesetzt. - Die Technik  wird auch Nass- in Nass genannt. Die Farben laufen ineinander und verlaufen und so entstehen für diese Malweise ihre typischen Strukturen.

Auch wie bei anderen Maltechniken gibt es hier die Lasurtechnik, aber mehr denn je, denn ohne diese würde kein ordentliches Aquarell entstehen können. Hierbei schimmert das weiße Aquarellpapier oder eine darunter liegende Farbe durch die transparente Farbe leicht hindurch. In der Aquarellmalerei wird kein Weiß verwendet- Deckweiß, das zu aquarellierende Blatt ist schon weiß und man spart die Stellen, die weiß belieben sollen, einfach aus- als reines Weiß bleibt der Malgrund ausgespart stehen!

Je nach dem, mit wie viel Wasser der Künstler die Farbe verdünnt, ergibt sich jedes Mal eine neue Farbe- so wird die  Farbintensität gesteuert. Besondere Herausforderungen ergeben sich so in Farbpigmente, Binde- und Netzmittel. Dies kann man wieder durch die Maltechnik steuern, nämlich mit dem Pinsel.

Die charakteristische Durchsichtigkeit und Leichtigkeit ergibt sich durch die Verdünnung der Aquarellfarben. Entscheidenden Einfluss hat so die zugefügte Wassermenge und nimmt  Einfluss auf deren Gestaltung - und Gestaltungsformen. Das ganze Bild besteht aber eigentlich nur aus der Lasiertechnik. Das heißt einfach nur: Farbmischung durch Überlagerung farbiger Flächen.

Der Farbwert wird vorher im Aquarellkaten gemischt und dann erst auf das Blatt aufgetragen. Die  vorher im Kasten gemischte Farbe behält ihre Transparenz und kann beim nächsten Mal wieder verwendet werden- also nie den Tuschkasten nach dem Malen sauber machen und abwaschen. So zerstört man ungeahnte neue Farbkompositionen für das nächste Aquarell.

Auch diese Lasurtechnik erfordert das Malen von Hell nach Dunkel. Die Techniken der Aquarellfarben kann man überall anwenden, sei es zu Hause oder unterwegs, wenn man sich eine Grundausstellung angelegt hat und sie sollte immer nach Launen Lust zu Verfügung stehen.

Vier Farben reichen da schon aus- gelb- blau- rot- schwarz- in einem kleinen Metallkasten, ein Aquarellblock in Din A 4, ein Schraubpinsel und ein kleines Schraubglas mit Wasser gefüllt und schon kann man auch unterwegs oder im Urlaub seine Eindrücke und die Lichtverhältnisse sofort in ein Aquarell umsetzen. Natürlich darf man einen Lappen oder Tempo Taschentücher zum Abtupfen der Farben nicht vergessen. Dies setzt natürlich alles eine große Übung voraus und die Erfahrung kommt von allein.

Man sollte sich am Anfang gleich einen ordentlichen weichen Haarpinsel kaufen in der Größe 8- 10. Mit diesem kann man alles machen, denn mit der Spitze des Pinsels kann man die Feinheiten einer Blume als Beispiel erarbeiten. Später sollte sich jeder Künstler noch einen dickern Pinsel dazukaufen. Mit dem dicken Pinsel kann man wieder Farbe vom Bild mit Hilfe von Wasser und Lappen abnehmen.

Am besten geeignet sind Marderhaar- Pinsel, sie leben fast ewig, wenn man ordentlich mit ihnen umgeht und wie bei anderen Malereien, alles immer in eine Richtung malt. Den Aquarellpinsel nie für Ölfarben verwenden, dann ist er hinterher nicht mehr so gut für die Wasserfarben zu gebrauchen. Den Pinsel gut auswaschen nach der Arbeit und mit Spucke benetzen- trocknen lassen- so lebt er mindestens 30 Jahre- Also, eine einmalige Geldausgabe die sich am Ende lohnt!



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