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Harmonie im Kontrast
Zwischen Linie und Strich, Widerspruch und Zusammenklang
Die Geometrie hat es mir angetan, das war schon zu meiner Schulzeit so, und das Faible ist, verändert aber unvermindert, geblieben. Mindestens ebenso fasziniert war und bin ich von raschen, sicher hingeworfenen Skizzen. Die errechenbare und berechnete Linie also spricht mich an, der intuitive, im eigentlichen Sinne also unberechenbare Strich aber ebenso.
Ansätze
Mit dem Computer, in Verbindung mit einem Graphiktablett (statt Maus), habe ich ? nach früheren, stets wieder abgebrochenen Versuchen ? vor ein paar wenigen Jahren die Möglichkeit gefunden, beides nicht nur anzuwenden, sondern miteinander zu verschmelzen; auch wenn das dem einzelnen Bilde nicht unbedingt anzusehen ist. Mir geht es also um das Verbinden von Gegensätzlichem, um die Auflösung von Widersprüchen.
Analog dazu kann man die Auswahl und Platzierung der Farben sehen, die ich einerseits sehr bewusst nach dem Farbkreis vornehme, andererseits ganz aus der augenblicklichen Stimmung heraus. Auch hier ist Harmonie-Bedürfnis im Spiel, soll in starken Kontrasten, in der Komplementär-Benachbarung der innewohnende Akkord gefunden werden, der nicht unbedingt weich sein, aber immer zusammenklingen soll.
Entwicklung
Meine Bilder sind nicht ?schon fertig im Kopf? und dann aufs Papier projiziert. Vielmehr entwickelt sich, oft aus dem Zusammenspiel einer Form ? vorgefunden oder selbst entworfen ? mit dem Echo, das sie in diesem Moment bei mir auslöst, mit der Stimmung in mir oder um mich herum, eine Komposition, ein Zusammenhang, Zusammenklang, die mir selbst ganz neu sind, die ich dann aber gezielt und überlegt ausarbeite. Offen bleibt dabei zu jeder Zeit die Option des Augenblicklichen, so dass dann und wann auch mehrere Versionen eines Motivs entstehen.
Anliegen
Mein Anliegen ist es also, Harmonie zu zeigen ? nicht, sie um jeden Preis herzustellen, sondern zu zeigen, dass sie im Widersprüchlichen steckt, dass sie im Kontrast zu finden ist, im Nebeneinanderstellen des Gegensätzlichen wie von selbst auftauchen kann. Das erlaubt ein gelegentliches Augenzwinkern, manchmal beim Entwurf des Motivs selbst, manchmal beim Benennen des Bildes. Und es gestattet mir motivische und technische Vielfalt, Experiment und Stilwechsel, ohne mich in Beliebigkeit zu verlieren.
Hans A. Lasslob (lb)
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