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Künstlergemeinde
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Störung und Provokation
Stören, hört man immer wieder und immer noch, irritieren müsse Kunst, Verletzungen soll sie aufweisen, Brüche. Nach einer Zeit des Sattseins, die durch zunehmende Verunsicherung und Beliebigkeit ohnehin keine Kontur ? dafür zahlreiche Risse, Brüche, Verletzungen, Störungen ? aufweist, scheint es indes wenig angebracht, genau dies noch zu vervielfältigen. Was provoziert schon noch, wer fühlt sich von Kunst noch gestört, für die der Tabubruch längst Normalität geworden ist; zumal auch noch die Tabus erkennbar selten geworden sind.
Möchte man nun mit Kunst etwas erreichen ? etwas bewegen zu wollen, hat sich vor allem hinsichtlich der bildenden Kunst hinlänglich als illusorisch erwiesen ?, will man also einen (zeitgenössischen!) Betrachter erreichen und ansprechen, wird man ihm enbieten müssen, was er nicht ohnehin täglich auf Werbetafeln oder in gnadenlos realistischen Nachrichten-Bildern zu sehen bekommt. Nicht berücksichtigt ist bei diesen Überlegungen, dass Kunst im Einzelfall die Funktion einer Art von Therapie für den Künstler darstellen kann, was ein ganz anderes Herangehen bedingt; doch traumatische Erlebnisse von einem Umfang, der über das Persönliche hinausgeht, haben die noch nicht ganz Alten ja nicht erleben müssen.
Unsicherheiten und durchaus von Angst begleitete Entwicklungen wie zunehmende Arbeitslosigkeit und zunehmend hemmungslos werdendem Kapitalismus sind von anderer Qualität als die Schrecken eines Krieges, und so wäre der Vorwurf verfehlt, der Versuch, Harmonie darzustellen, Schönes und auch Heiteres, "verhöhne" die weniger Begünstigten dieser Tage. Umgekehrt kann man vielleicht das Argument gelten lassen, eine helle, freundliche Kunst könnte ein Gegengewicht darzustellen versuchen zu den Belastungen eines anders gearteten Alltags; abgesehen davon, dass im Grunde sowieso nichts gegen die Suche und das Streben nach Harmonie spricht.
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Beiträge:
Wenn im heutigen Kapital-und Macht-Mechanismus der modernen Menschen die Kunst nur irritieren und betaeuben soll,und die wenigen,welche dieses nur einmal wirklich empfunden haben,wird die Seele von Jammer und Erbarmen bis zum Rande voll geworden sein:aber auch von einer uebermaechtigen Sehnsucht.Wer die Kunst
befreien,ihre unentweihte Heiligkeit wiederherstellen wollte,muesste sich selber erst von der modernen Seele befreit haben;nur als Unschuldiger duerfte er die Unschuld der Kunst finden