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bergerarts
bergerarts
Beiträge: 35

Acrylfarben - Malerei - Tipps

Verfasst am: 24.09.2007 07:09   |   Gelesen: 3906

In ihrer Vielseitigkeit und in ihrem leichten Verarbeiten ist die Acrylfarbe heute aus der Malerei nicht mehr wegzudenken. Sie ist eine recht „ junge“ Farbe. In den USA wurde sie 1950 entwickelt. Acrylfarben sind auch Lacke, die auf Wasser verdünnbaren Kunststoffdispersionen bestehen. Sie sind alterungsbeständig und widerstandsfähig. Auf den Leinwänden oder auf Holz bilden sie einen dünnen Film. In Europa wurde die Acrylfarbe erst in den sechziger Jahren auf den Markt gebracht und in den Künstlerfarbfabriken hergestellt - heute ist sie nicht mehr wegzudenken in der Malerei.

 

In einem, mit viel Wasser verdünnten und vermalten Zustand ähnelt die Farbe der Wasserfarbe, aber sie ist trocken und meist dunkler. Ein ungeübter Künstler sieht die Wasserfarbe sehr hell trocknend. Zur Ölfarbe bietet die Acrylfarbe eine sehr gute Alternative, da sie sehr schnell trocknet. Die Ölfarbe besteht eben aus Ölen, die langsam durchtrocknen müssen und das ist bei der Acrylfarbe nicht der Fall, außer man arbeitet mit Verzögern, die man unter die Farbe mischt, anstatt von Wasser.

 

So kann man auch Glaseffekte hervorheben oder matte Teile, je nach Wahl. Das ist bei der Ölfarbe nicht der Fall, hier muss sich der Künstler immer entscheiden und kann das Bild nur noch mit einem glänzenden Schlussfirnis oder einem matten beeinflussen. Aber das funktioniert auch alles bei der Acrylmalerei.  Der einzige Nachteil bei der synthetischen Farbe ist, dass sie oft plastikartig aussieht und die Farbauswahl ist  beschränkt - es gibt nicht so viele Farbtöne im Handel, wie in der Ölmalerei. Aber im Grunde braucht man ohnehin nur die Grundfarben, das andere ergibt sich von selber beim Mischen der Farben!

 

Die Farben kann man auf Holz, Leinwand und anderen verschiedenen Oberflächen auftragen. Entfernen kann man sie wieder mit Terpentin, Alkohol, Salmiakgeist oder einfaches Waschbenzin. Unbegrenzte Möglichkeiten und nahezu einen breiten Fächer an Techniken, lassen sich mit Acrylfarben realisieren. –

Collagen, refliefartige Bilder, Spachteln, Vermalen, .manchmal muss man nur verschiedene Gele zusetzen, damit sie nicht so schnell trocknet und um Strukturen hervorzurufen.

 

Die Jungen wilden benutzen fast alle Acrylfarben, da sie sehr experimentierfreundlich sind und bei der Ölfarbe doch anderes an die Materie herangegangen werden muss. Es können ebenso Nass in Nass Techniken erarbeitet werden als auch Lasuren. Die Pigmente brauchen nicht mehr angesetzt zu werden, die Acrylfarbe kann direkt aus der Tube auf das Bild gegeben werden, oder aus einer Falsche, mit Wasser verdünnt und schon entstehen die ersten Flächen. Der Untergrund muss staub- und fettfrei sein, sonst spielt es keine Rolle, welches Material genommen wird.

 

Die Verbindung einzelner Monomere heißt Kettenbildung- es sind eben reine Kunststofffarben- Polymere aus unterschiedlich gebauten Monomeren oder auch Copolymere genannt. Hier sorgt der Kohlenstoff für die Kettenbildung.

Acrylfarbe hat keine nennenswerte Geruchsbelästigung problemlos zu verarbeiten, so gewinnt sie immer mehr an Bedeutung in der Malerei.

 

Der Kreativität setzt die Farbe kaum Grenzen und auch ein Anfänger muss  keine Berührungsängste haben, denn wer einmal mit Acryl gearbeitet hat, greift oft wieder auf diese Farbe zurück, denn sie ist auch viel leichter zu verarbeiten, als Ölfarben.

Die Pinsel müssen gleich ausgewaschen werden oder in einem mit Wasser gefüllten Glas gestellt werden, sonst kann man die Pinsel nicht mehr gebrauchen, da die Farbe ja sehr schnell hart wird- trocknet - Den Gewindehals der Tuben immer gleich wieder säubern, sonst verkleben die Verschlusse und man bekommt die Tube kaum noch geöffnet. Außerdem trocknen die Tuben aus, wenn man sie offen liegen lässt! Bei Collagen dient auch die Acrylfarbe als „ Kleber“, denn beim Trocknungsprozess verdunstet der wässrigere Bestandteil in der Farbe. Acrylharze verbinden sich- so werden in die noch feuchte Farbe eingearbeitet Materialien haften bleiben- auf Holz oder Leinwand.

 

Es gibt in der Acrylmalerei eine ganze Reihe von Hilfsmitteln für sehr unterschiedliche Ansprüche. Die schönsten Farben gibt es von Lukas Künstlerfarben und von Schmincke, wenn ich das mal erwähnen darf oder es macht die jahrelange Erfahrung mit diesen Farben.  Hier gibt es auch wiederum unterschiedliche Bezeichnungen- wie Studio Farben. Akademie Farben und…sie werden in Tuben von 60ml bis hin zu großen Gebinden von 500ml und größer angeboten. Bei der Farbe sollte man nicht unbedingt sparen, es zahlt sich nicht aus und die Wirkung und Intensität des Bildes wird die Unterschiede früher oder später preis geben.  

 

Tipps

 

Um schnell und problemlos Untermalungen,  auch in dickeren Schichten gelingen sollen, arbeitet man mit Verdicken.

 

Auf Leinwandarbeiten eignet sich die „ Leichtstruktur- Paste „ besonders gut. Sie hat ein sehr geringes, spezifisches Gewicht.  Nach der Trocknung der Paste kann sie übermalt werden oder auch schon vorher mit Künstler- Acrylfarbe eingefärbt, verarbeitet werden. Sie ist auch auf Holz, Steinen, Metallstücken, Stoffen als Einbettung hervorragend anzuwenden und bei der Herstellung von Collagen. Man nennt es auch Reliefpaste.

Es gibt mit dem Material viele Experimente zu erarbeiten.

 

Zum Schluss kann man das Bild mit Lukas- Acyrlfirnis bearbeiten, je nach Wahl in matt oder glänzend. Es hat den Effekt vom Schlussfirnis. Das Bild sollte aber auch gut austrocknen, bevor der Auftrag erfolgt!

 

Die Pinsel sofort nach der Arbeit reinigen: Wasserlösliche Farben mit Wasser aus dem Pinsel waschen.


Acrylfarbe muss, solange sie noch nass ist, mit Wasser ausgewaschen werden;
angetrocknet ist sie nur noch mit Spezialreinigern löslich und der Pinsel ist meistens nicht mehr zu gebrauchen! Den  Pinsel anschließend mit einem feinen Lappen ausstreifen und in die Urform bringen. Vor der neuen Verwendung eines Pinsels, muss er immer erst seht gut durchtrocknen- aber nie auf die Heizung legen! Dann wackelt nachher der Pinselkopf, da sich auch der Pinselstil zusammenzieht- austrocknet- aber schneller als beabsichtigt…Die Haare werden so auch brüchig und es verliert der Pinsel so an Volumen.

Bei der Wahl der Pinsel sollte man auch darauf achten, dass man nicht nur einen Tag Freude am Pinsel hat, sondern ein wenig Qualität ist wichtig- und die Pflege- damit man lange Freude am „ Werkzeug „ Pinsel hat!

 

Besonders geeignet für Schweineborsten mit ihrer robusten Elastizität. Sie kann man  jedoch als Pinsel für ausdrucksstarke Maltechniken mit pastosen Farben und “kräftigem Strich” oft verwenden- es müssen nur einige in verschiedenen Stärken vorhanden sein –

- Chinaborsten- Pinsel-

 

Die Schweifhaare des Maders- Maderhaarpinsel - können auch für die Acrylmalerei verwendet werden, für sehr feine Partien im Bild. Auch dieser Pinsel muss sofort ausgewaschen werden und die Pinsel bitte auch trennen. Für Acrylmalerei und die für Öl, denn wenn man mit Öl gemalt hat, bleiben immer Reste der Öle in den Pinseln und das verträgt sich nicht so gut mit Acryl- am besten selber ausprobieren! Erfahrungen sind das halbe Leben- so auch in der Acrylmalerei.

 

Die Spachteltechnik kann auch in der Acrylmalerei angewandt werden, man trägt die Farbe mit einem Malspachtel auf. So entstehen andere Strukturen als mit dem Malen eines Pinsels. Glatte Flächen, kleine Erhebungen, scharfe Kanten an den Rändern der Strukturen. Sie  werden mit der flachen Kelle eines Spachtels erzeugt. Die ergibt sich je nach Druck und Stärke des Auftrags der Farben oder der Drehbewegungen des Handgelenkes.

 

Der Spachtel darf aber nicht mit dem Palettmesser verwechselt werden, der dient nur zum Anmischen – Farbmischen- oder Pigmentbeimischungen- und abkratzen der Farben

 

Auch die Sgraffito- Technik kann bei Acryl benutzt werden- das Abkratzen oder Kratzen. In den noch feuchten, oberen Schichten der Farbe werden Strukturen eingekratzt. So kommt die unterliegende, schon trockene Farbschicht wieder zum Vorschein und wird durch das Kratzen freigelegt. So kommt es an manchen Stellen zu interessanten Farbspielen. ES verleiht dem Bild oft Muster auf der Leinwand oder auch auf Holz sowie anderen Materialien oder einem Motivanteil im Bild eine Struktur verleihen. Man kann aber auch fast jeden anderen stabilen Gegenstand verwenden, wie Pappe, eine Stück Plastik oder ähnliches. Auf einer schon getrockneten Farbschicht ist das Kratzen auch noch möglich, es werden dabei aber nur die oberen Farbschichten durchdrungen und nicht die unteren. Man sollte bloß aufpassen, wenn man auf Leinwand arbeitet, das man diese nicht „ verletzt“- also Löcher hineinspachtelt oder kratzt!!!!



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Beiträge: 
29.09.2007 15:16

Sehr geehrte Frau Berger, nicht nur, dass Sie DIE Fachfrau als solche sind, Sie beherrschen sogar das Talent, die "Kunst" bis in die Tiefen des "Machbaren" zu erläutern.

Ich spreche Ihnen meinen größten Respekt aus und hoffe, dass die Künstler und Besucher dieses tollen Künstlermarktes viel von Ihrem Wissen mit nach Hause nehmen und weiterreichen mögen.

Mit freundlichen Grüßen
grooti

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bergerarts

Beiträge: 35
12.10.2007 20:00

Hi Grotti...

Danke für Deine Beurteilung...manchmal denke ich immer, mein Anliegen kommt nicht so richtig rüber und man versteht nicht die einzelnen "Technikgänge", die ich versuche zu vermitteln...aber allen Anschein zum Trotze ist es mir wohl gelungen...Danke!

Bis bald
Herzliche Grüße
Juliane

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