Abschied nehmen auf eine besondere Art
Über Sargbemalung und Memoria.
Die individuelle Gestaltung eines Sarges ist eine uralte Tradition und stellt eine Möglichtkeit dar, der Wertschätzung dem Verstorbenen gegenüber Ausdruck zu verleihen.
Ornamente, Schriftzeichen und Symboliken sind Bedeutungsträger und verhelfen zu einer individuellen und persönlichen Art des Ausdrucks. Eine Botschaft vermitteln und einen letzten Gruß, oder die Persönlichkeit des Verstorbenen unterstreichen.
Die Sargbemalung ermöglicht Gefühle auszudrücken, wo Worte fehlen. Sie verleiht dem Sarg eine persönliche Note und hebt die Einzigartigkeit des verstorbenen Menschen hervor.
Der Gestaltungsprozess kann den Hinterbliebenen die Gelegenheit geben, sich mit positiver Trauerarbeit auseinander zu setzen.

Memoria (Erinnerungsstücke)
(von lat. memoria = Gedächtnis) hat als Totengedenken eine lange Geschichte seit Menschengedenken.
In den Zeiten des Abschieds wünschen viele Hinterbliebene etwas Bleibendes vom Verstorbenen. Hierzu dienen die Memoria.
Es gibt eine ganze Reihe an Erinnerungsstücken. Von der Totenmaske und dem Altar, über Fingerabdrücke in goldgefasste Kettenanhänger, bis hin zur Schatzkiste, in der persönliche Gegenstände verwahrt werden können.
Die künstlerische Gestaltung des Bestattungsbedarfs ist nicht als revolutionäre Neuigkeit zu verstehen, sondern als Möglichkeit, den vorwiegend historischen Bestattungsbedarf durch individuelle Varianten zu ersetzen.
Jeder Mensch begeht die Zeit des Abschiednehmens auf seine Weise und umso trauriger ist es, dass viele Bestatter sich zwar als innovativ und als Berater in schwerer Stunde sehen, aber sich immer noch schwer tun, mit Künstlern gemeinsam den Hinterbliebenen eine wirklich persönliche Begleitung zu ermöglichen.
"Die Erinnerung an die Verstorbenen und ihre Existenz als soziale Wesen stellt sich über materielle Träger her, welche der Gruppe oder einer Gesellschaft über einen gewissen Zeitraum als gemeinsame Bezugspunkte und der gemeinsamen Orientierung dienen können. Erinnerung braucht Zeichen und Träger, an denen sie sich äußern und entfalten kann, Erinnerung ist semiotisch."
(Siehe auch: Barbara Happe, Forschungsprojekt "Gesellschaftliche Faktoren und Entwicklung der Bestattungs-, Friedhofs- und Trauerkultur am Ende des 20. Jh" im Auftrag der "Arbeitsgemeinschaft Friedhof und Denkmal" (Bericht vom 14. Dez. 1999)
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